Karlsruher Postulate für Geschlechtergerechtigkeit im Kulturbetrieb

Im Rahmen der ARD-Hörspieltage 2019 fand auf Initiative der WDR-Hörspielredaktion der Thementag „Wie weiblich ist der Kulturbetrieb?“ statt. Er widmete sich ganz einer Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation von Frauen in Kunst und Kultur in deutschsprachigen Ländern, denn: Über 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts in Österreich und Deutschland, über 70 Jahre nach der Verabschiedung von Artikel 3 des Grundgesetzes zur Gleichberechtigung der Geschlechter und zwei Jahre nach Beginn der #MeToo-Bewegung ist der Kulturbetrieb immer noch diskriminierend – auf ganz unterschiedliche Weise und in den unterschiedlichsten Bereichen wie z.B. in der Musik, ob in der Klassik oder im Rock, in der Literatur oder im Film.

Um die Situation von Frauen im Radio genauer unter die Lupe zu nehmen, war ich im Rahmen des Thementages eingeladen, den Eröffnungsvortrag zum Bechdel-Test im Hörspiel zu halten sowie an einer Podiumsdiskussion teilzunehmen mit der feministischen Linguistin Luise F. Pusch, der Genderforscherin Sabine Hark, der Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor, der feministischen Autorin Stefanie Lohaus und der Journalistin Hilde Weeg. Im Anschluss daran teilten sich die Diskutantinnen und das Publikum in drei Arbeitsgruppen auf. Ihre Ziele: Unterschiedliche Postulate formulieren, mit deren Hilfe die Situation von Frauen in Kunst und Kultur verbessert werden kann. Eine Dokumentation des Zusammentragens der Ergebnisse ist hier zu hören.

Inzwischen wurde unser kollektives Manifest auch unter dem Titel „Die Karlsruher Postulate für Gleichberechtigung in Kunst und Kultur“ online veröffentlicht. Die Schriftstellerin Tanja Dückers hat ihre Sicht der Situation von Frauen im Kulturbetrieb und ihre Unterstützung der Initiative im Interview erklärt und auch die Redaktion Hörspiel und Medienkunst des Bayerischen Rundfunks hat sich zu den Karlsruher Postulaten bekannt. Für den SWR hat Wolfram Wessels mich zur Situation von Frauen in Kunst und Kultur, insbesondere im Hörspiel, und zu den Karlsruher Postulaten interviewt. Das Interview kann hier angehört werden.

Und darum geht in den Karlsruher Postulaten ganz konkret:

Karlsruher Postulate for Gender Equality in Art and Culture

At the ARD-Hörspieltage 2019 the radio play department of the WDR in Cologne initiated the special theme day „Wie weiblich ist der Kulturbetrieb?“. It was entirley dedicated to an enquiry of the current situation of women within art and culture as workspaces in German speaking countries, which still has to be called quite discriminating. Since 2004 this annual festival for radio plays takes place at the prestigious ZKM Karlsruhe and has turned into a meaningful collaboration of the joint organisation of Germany’s regional public service-broadcasters ARD with the public broadcasters ORF of Austria and SRF of Switzerland.

I was invited to give the key-note speech about the bechdel test and radio plays and to participate in a panel discussion with the feminst linguist Luise F. Pusch, the gender researcher Sabine Hark, the islam scholar Lamya Kaddor, the feminist author Stefanie Lohaus and the journalist Hilde Weeg. After this discussion the participants of the panel and the audience where divided into three different workgroups. Their taks: To come up with different postulates how to improve the situation of women in art and culture. Here you can listen to the documentation of the gathering of the results.

Karlsruher Postulate: For Gender Equality in Art and Culture – NOW!

Meanawhile our collaborative manifesto also has been published under the title „Die Karlsruher Postualte für Gleichberechtigung in Kunst und Kultur“ and I have been interviewd by the radio station SWR 2 about the situation of women in art, culture and radio play as well as about the Karlsruher Postulate. And this is what we demand in English: